Ein Stück Himmel über unserem Leben

Kinder haben ihre eigene Spiritualität, die wir begleiten können

Foto: © Elena Stepanova
Foto: © Elena Stepanova

EIGENTLICH... hätten sich vor einer Woche Eltern und Interessierte im Pfarrzentrum St. Dionysius in Köln-Longerich getroffen, um zusammen mit der Psychologin und Theologin Monika Kilian darüber nachzudenken, wie sich eine gesunde und natürliche Spiritualität in den Familienalltag integrieren lässt – und warum das für die Entwicklung eines Kindes so wichtig ist.

Kinder brauchen für ihr seelisches Werden auch eine spirituelle Deutungsebene; denn sie verfügen gerade in jungen Jahren über eine natürliche Religiosität. Noch „mit dem Himmel verbunden“ spüren sie Dinge, die nicht ganz von dieser Welt sind. Damit suchen sie nach Resonanz bei den Erwachsenen, bei ihren Eltern, Großeltern und anderen Bezugspersonen.
Es ist wichtig, dass sie mit ihren Fragen und Wahrnehmungen Gehör finden – so bildet sich Vertrauen in das eigene Leben.

 

Spiritualität im Familienalltag

Doch wie könnte eine „Spiritualität im Familienalltag“ konkret aussehen? Gemeint ist ja eine Kraft, die unser Leben durchzieht; vielleicht kann man sich ihr mit den Begriffen LIEBEN, DANKEN und VER­TRAUEN ein wenig annähern. Das sind Haltungen, die das seelische Leben gesund halten. Sie helfen dabei, sich immer wieder auf das Wesentliche zu besinnen und eine liebevoll-annehmende Beziehung zu sich selber und der Welt zu erschaffen. Man kann das auch als die „göttliche Quelle“ in uns ver­stehen. Kleine Kinder sind damit tief verbunden; sie brauchen Unterstützung und Bestärkung, um diese innere Anbindung nach außen in die Welt hinein zu leben.

 

Schauen – würdigen - lieben

 Kinder lassen sich fesseln von dem, was sie gerade interessiert. Was sie antreibt ist das Aufdecken, Enträtseln, Entdecken. Als Erwachsene können wir das aufgreifen. Da reicht ein Waldspaziergang oder der Blick in den Frühlingsgarten. Hier können wir gelegentlich die Frage in den Raum stellen, warum etwas so ist, wie es ist. Denn wenn Kinder anfangen, über etwas zu staunen, ist das bereits Herzensbildung und bringt eine ehrfürchtige Haltung gegenüber dem Leben hervor. Wenn z.B. das Interesse für das Wunder eines Ameisenstaates geweckt ist, wenn Kinder über die fragile Schönheit eines Schmetterlings staunen können, werden sie ebenso vorsichtig und behutsam mit kleinen Krabbeltieren umgehen. Wenn sie bewundernd vor dem Netz einer Spinne stehen, werden sie es nicht achtlos zerreißen. Allein in dieser achtsamen Haltung liegt eine „Spirtualität“ verborgen, die das Herz offen und empfänglich macht.

 

Verweilen – danken – vertrauen

 Jeder Tag hat etwas Besonderes aufzuweisen; oft gehen wir gedankenlos darüber hinweg und sind bereits mit dem nächsten Augenblick beschäftigt. Das macht unser Leben sprunghaft und hektisch. Kinder aber können sich in etwas vertiefen und eintauchen. Das lässt sich unterstützen. Mit Sicherheit werden sich ungeahnte Kostbarkeiten auftun, wenn wir das Bewusstsein einmal auf etwas ruhen lassen. Dann erst zeigen sich die Früchte des Tages. Wie wäre es also, sich als Familie jeden Abend etwas Zeit für ein „Dankbarkeits-Ritual“ zu nehmen; z.B. um sich die drei schönsten Dinge zu erzählen, die am Tag passiert sind. Das wäre ein schöner Tages-Abschluss, durch den man sich der kleinen Dinge erinnert, die den Tag besonders gemacht haben. Das hilft, das Leben als Geschenk zu erleben und ihm Vertrauen zu schenken.

Ein Beitrag von Guido Schaefer

Buchempfehlung

Wen das Thema „Spiritualität im Alltag mit Kinder“ interessiert und wer weitere Ideen und gute Anregungen kennenlernen möchte, dem sei das wunderschöne Buch „Das Stück Himmel über unserem Leben: Ein Mut-mach-Buch für den Familienalltag mit Gott“ ans Herz gelegt. Monika Kilian ist Mitautorin dieses sehr lesenswerten Buches.

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