Deutschkurse für Geflüchtete

Sprachkurse bieten Kontakte und Freundschaft

(c) Elke Moorkamp
(c) Elke Moorkamp

Eigentlich... würden diese Woche wieder die Deutschkurse für Geflüchtete starten, die aus den Osterferien zurückkämen. Über die Stadtteile verteilt, an verschiedenen Orten in Köln: in Gemeindezentren, Flüchtlingsheimen, Begegnungszentren.

Die Teilnehmenden hätten sich vor gut zwei Wochen voneinander in den Osterurlaub verabschiedet, viele hätten sich dabei umarmt. Denn es sind Freundschaften entstanden, nicht nur mit Leuten aus dem eigenen Herkunftsland, auch mit anderen – in den Kursen kommen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten zusammen. Mancher Kursleiter hätte noch freundlich angemahnt, man solle in den Ferien auch mal ins Lehrwerk schauen. Und manche Kollegin hätte die Bedeutung des Osterfests durchgenommen und vielleicht ein paar buntbemalte Eier mitgebracht. Und die Teilnehmenden wären nach Hause gegangen und hätten gewusst: In zwei Wochen geht’s weiter.

 

Doch jetzt ist alles anders. Seit Mitte März sind die Kurse wegen der Corona-Krise unterbrochen. Viele Kursleitende halten nun übers Handy Kontakt mit den Teilnehmenden, fragen nach, wie es ihnen geht. Sie informieren zu Corona und versuchen, gegen Fake News aufzuklären. Manche Teilnehmende sind gut informiert, andere nicht. Manche sind voller Panik und gehen vor lauter Angst vor Ansteckung gar nicht mehr vor die Tür.

Über die Distanz findet teilweise sogar Unterricht statt – jede und jeder in den eigenen vier Wänden mit dem Handy am Ohr und dem Lehrwerk vor der Nase. Eine Gruppe macht Prüfungsvorbereitung: Die Aufgaben und Korrekturen werden per Mail hin- und hergeschickt. Eine Gruppe für Anfängerinnen und Anfänger schreibt sich Nachrichten: Was machst du heute? Ich sitze am Fenster. Die Sonne scheint.

Manche haben jetzt keinen Kopf für Deutschunterricht. Sie haben mit ihren Kindern jede Menge zu tun. Und das auch noch in der kleinen Wohnung. Oder im Flüchtlingsheim. Und dann auch noch die Angst um die Verwandten im Iran oder anderswo. Von anderen weiß die Kursleitung nichts. Sie sind nicht erreichbar. Wie geht es ihnen wohl?

Die eine oder andere gute Nachricht gibt’s zwischendrin auch. Eine Frau und ihre Familie dürfen doch erst einmal in Deutschland bleiben. Wegen der Corona-Krise.

Viele sagen, dass sie den Deutschkurs sehr vermissen. Die Kurse vermitteln Sprachkenntnisse, und weit mehr: Sie bieten auch Freundschaft und Kontakt. Und jetzt in der Krise - trotz Distanz - erst recht.

Ein Beitrag von Andrea Lauer


Und wie geht eigentlich Deutschunterricht jenseits der Corona-Krise? Schauen Sie gern in die Materialien für Ehrenamtliche:

Download und Online-Bestellung| Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V.

 


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