Leiten: Lust und Last

Engagierte pädagogische Fachkräfte setzen sich für lebenswerte Ganztagsschulen ein

Foto + Foto Teaser (c) Elke Moorkamp
Foto + Foto Teaser (c) Elke Moorkamp

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, dann gibt es auch kein Motiv sich anzustrengen“

Erich Fromm

 

Leitungskräfte im offenen Ganztag tragen viel Verantwortung und stehen oft allein vor vielen ungeklärten Fragen und Problemen. Sie empfinden ihre Leitungstätigkeit oft als Last. Ihre Vision von einer Ganztagsschule für alle, Ihre Werte und Überzeugungen, mit denen sie in ihre Aufgaben gestartet sind, treten dann Zeitweise in den Hintergrund.

 Leitung sein bedeutet auch, an manchen Stellen „einsam“ zu sein. Dazu kommt, dass der Ganztag an Grundschulen sich auch im fünfzehnten Jahr nach der Einführung in NRW noch nicht wirklich etabliert hat. Das können wir aktuell in der Corona-Krise schmerzlich erfahren. In fast keiner Verlautbarung des Schulministeriums wird der Ganztag überhaupt erwähnt bzw. berücksichtigt.

In diesen und ähnlichen Zusammenhängen erleben die Teilnehmenden die Fortbildungen des Kath. Bildungswerkes als hilfreich, bestärkend und aufbauend. Immer wieder geht es auch darum, im Frust des Alltagsgeschäfts an die Vision zu erinnern, für eine lebenswerte Ganztagsschule einzutreten und sich zu engagieren. Das bedeutet auch, die „Lust“ des Leitens zu entdecken, wiederzuentdecken oder einfach nur zu fokussieren.

 Eigentlich... hätten sich dazu am 19. und am 24.3. jeweils zehn engagierte OGS-Leitungen in den Räumen des Kath. Bildungswerkes getroffen. Dies geschieht normalerweise in zwei festen Gruppen, die sich übers Jahr verteilt jeweils 6 mal treffen.
Das Besondere an diesem Fortbildungsformat ist der Zusammenklang verschiedener Ebenen: die Möglichkeit, sich auf der Leitungsebene auszutauschen, fachlichen Input durch die Moderatorin, Beratung durch die Moderatorin in Bezug auf konkrete Anliegen zu bekommen und auch sich gegenseitig kollegial zu beraten.
Dass das gelingt, lässt sich aus der Resonanz von teilnehmenden Leitungen zur Veranstaltung erschließen:

Foto (c) Christian Schwier / Fotolia
Foto (c) Christian Schwier / Fotolia
  • „Ich freue mich zu kommen, hier ist ein Raum, den wir im Alltag nicht haben, hier ist Vertrauen, Dinge anzusprechen, die wir sonst nicht besprechen können, ich empfinde die Praxisnähe und die Moderation als wertvoll.“
  • „Ich wachse mit dem Kurs an meiner Leitung, die Gruppe stärkt mir den Rücken, die Moderation bringt die Dinge für mich auf den Punkt.“
  • „Ich fühle mich durch den Kurs gut begleitet, aufgefangen und habe immer wieder neue Kraft bekommen.“
  • „Ich bin neu dazugekommen, positiv überrascht, dass es hier einen vertrauensvollen Rahmen gibt, ich hatte bisher kaum Möglichkeiten mich auszutauschen, das hat mir massiv geholfen. Die Moderation gibt Ruhe hinein und gibt mir fachlich etwas an die Hand.“
  • „Hier ist ein Raum in dem ich mich nicht beweisen muss. Ich kann lockerlassen, fühle mich aufgefangen, gut begleitet.“

 Ein Beitrag von Doris Flock, Team vis à vis

Referentin/Moderatorin dieser Seminare, Kommunikationstrainerin, Coach für Neue Autorität

 


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Kommentare: 1
  • #1

    NeueAutorität3000 (Freitag, 22 Mai 2020 13:58)

    Klasse Beitrag!
    #erster

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