Pilgerwege und Lebenswege

Pilgern ermöglicht die Suche nach Gott und nach sich selbst

Foto (c) pixabay, Foto Teaser (c) Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de
Foto (c) pixabay, Foto Teaser (c) Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de

Eigentlich… hätte heute Abend die Pilgertour eines Mannes zum Grab des Heiligen Jakobus im Mittelpunkt einer Lesung in der Pfarrei Heilige Familie in Dünnwald / Höhenhaus gestanden: Nicht irgendeines Mannes, sondern des Komödianten Hape Kerkeling, der sich durch seine Sketche und Verkleidungen unauslöschlich in das kollektive deutsche Gedächtnis eingebrannt hat. Bei dieser Lesung mit Jörg Kernbach wäre es aber – so kurzweilig und teilweise rasend komisch die Erlebnisse auf dem Jakobsweg im Sommer 2001 auch erzählt sind – gar nicht so sehr um den Spaß und die Prominenz des Autors gegangen, sondern vielmehr darum, dass er sich an einem bestimmten Punkt seines Lebens zu einem Innehalten entschlossen hat und dafür die mühsame Wanderung auf sich genommen hat. Er erlebt Einsamkeit und Stille, Erschöpfung und Zweifel, aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaften und Belohnungen – und eine ganz eigene, manchmal überraschende Nähe zu Gott.

Die Lesung ist Teil der Reihe „Lebenswege – Lebenswenden“, und sie soll das Leben und wichtige Wendepunkte im Leben verschiedener Menschen in Selbstaussagen in den Blick nehmen. Ohne etwas vorwegnehmen zu wollen, sind Kerkelings Schlussworte: „Und wenn ich es Revue passieren lasse, hat Gott mich auf dem Weg andauernd in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Wir sind uns jeden Tag begegnet.“

Foto (c) Michael Bogedain in Pfarrbriefservice.de
Foto (c) Michael Bogedain in Pfarrbriefservice.de

Pilgern ist „in“, und speziell zum Jakobsweg gibt es reichlich Informationsmaterial. Einige Teilwege verlaufen über Köln, und auch mit weniger als elf Kilo Gepäck auf dem Rücken lässt sich im Umland ein kleines Stück des europaweit ausgewiesenen Wegenetz zum Grab des Jakobus erwandern.

Ein interessantes Projekt hat das Bistum Paderborn initiiert: Einen „virtuellen Pilgerweg“: Er entstand während der Corona-Krise. Das Pilgern ist nicht mehr so einfach möglich. Daher sind Menschen aufgefordert einen Ort zu benennen und zu beschreiben, der ihnen gut tut, Kraft gibt, für sie wichtig ist. Das kann ein Ort sein, den sie jetzt tatsächlich noch nutzen können oder auch ein Ort, an den sie sich gerne erinnern und der durch die Erinnerung Kraft und Hoffnung gibt ihn hoffentlich bald wieder tatsächlich besuchen zu können.

Diese Orte können auf der virtuellen Landkarte eingetragen werden. Die Orte können in räumlicher Nähe oder aber auch weiter entfernt sein. Sie werden nicht durch eine Strecke auf der Landkarte verbunden, sondern werden als einzelne Orte stehen bleiben. Neue Orte werden hinzugefügt. Über die Kommentarfunktion können andere auch Bemerkungen zu den einzelnen Orten hinzufügen. Ziel ist es Menschen die Möglichkeit zu geben an wichtigen Orten anderer teilzuhaben.  

 

Auch in unserer Umgebung ließen sich so Pilgerwege und Pilgerorte identifizieren und finden.

Hape Kerkeling jedenfalls resümiert: „Der Weg stellt jedem nur eine Frage: >>Wer bist du?<<“

 

 Lesehinweis:

Hape Kerkeling: „Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg“ 2006 Piper Verlag GmbH, München

 Ein Beitrag von Angelika Fürst


Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Mit einem RSS-Reader in Ihrem Browser  können Sie diesen Blog  abonnieren.  Im Browser wird dann jeweils angezeigt, wenn sich in diesem Blog etwas getan hat. Kopieren Sie dazu diese URL in Ihren RSS-Reader: https://eigentlich.koeln/rss/blog/     

In vielen Browsern ist ein RSS-Reader bereits integriert oder kann als kostenfreie Erweiterung heruntergeladen werden.

Wir empfehlen z.B. Feedbro Reader für >>> Firefox oder für >>> Chrome.