Herzlichen Glückwunsch, Rosi Gollmann!

Ein ganzes Leben für die Armen in Indien und Bangladesh

Eigentlich… hätte heute Abend im Pfarrsaal von St. Nikolaus in Dünnwald eine weitere Veranstaltung in der Reihe „Lebenswege – Lebenswenden“ stattgefunden, die das Leben und wichtige Wendepunkte im Leben verschiedener Menschen in Selbstaussagen in den Blick nehmen sollte.

Im Mittelpunkt hätte heute Rosi Gollmann gestanden, die Gründerin der Andheri-Hilfe Bonn mit einer Lesung aus ihrer Biographie „Einfach

Mensch. Das Unmögliche wagen für unsere Welt“ (mit Beate Rygiert, München 2014). Gelesen hätte Uschi Hansmann, langjährige Puppenspielerin beim Hänneschen-Theater.

Fotos (c) Andheri Hilfe e.V.
Fotos (c) Andheri Hilfe e.V.

Aus der Ankündigung des Buches: „Alles beginnt im Jahr 1959 mit einem Zeitungsartikel im »stern« über die Not in einem Waisenhaus im indischen Andheri. Rosi Gollmann, damals junge Lehrerin, begnügt sich nicht mit einer Päckchenaktion: Sie reist selbst mit dem Schiff nach Indien. Und was sie dort erlebt, verändert ihr ganzes Leben. Entsetzt über die Ungerechtigkeit träumt sie von der »einen Welt für alle«. In ihrem kleinen Zimmer in der Mietwohnung ihrer Eltern gründet sie mit Gleichgesinnten die Andheri-Hilfe und entwickelt erste Ansätze einer »Hilfe zur Selbsthilfe« für arme Menschen. Rasch folgt ein Projekt dem anderen: Ob es um die Bekämpfung von Kinderarbeit und Mädchentötung geht oder um die Stärkung von Frauen und Familien durch Mikrokredite – Rosi

Gollmann sorgt dafür, dass unzählige Kinder eine glückliche Zukunft haben und Menschen ein Leben in Würde führen können. Durch mehr als eine Million Augenoperationen erleben blinde Menschen in Bangladesch das Glück zu sehen.“

 

Dass Rosi Gollmann genau an diesem heutigen 9. Juni ihren 93. Geburtstag feiern kann, ist uns bei der Planung des Termins gar nicht bewusst gewesen. Umso schöner, dass das von ihr gegründete Hilfswerk, dem sie jetzt als Ehrenvorsitzende vorsteht, aus diesem Anlass einen Artikel auf seiner Homepage platziert, den wir hier in Teilen wiedergeben:

 

„Die Bonnerin, die als junger Mensch hautnah Not und Tod des Zweiten Weltkrieges erlebte, ist weit über ihre Heimatstadt bekannt. Und das,

obwohl sie sich in ihrer Autobiographie „einfach Mensch“ nennt. Aufgrund eines Zeitungsberichtes über ein notleidendes Waisenhaus im indischen Mumbai entschied sie sich vor 60 Jahren, ihr Leben den Ärmsten und den am meisten Benachteiligten zu widmen, zunächst in Indien, später auch in Bangladesch als Dienst der Hilfe zur Selbsthilfe. „Solange ich lebe und solange ärmste Menschen das Lebensnotwendigste, dazu Würde und Gerechtigkeit entbehren müssen, gilt mein Versprechen“, so Rosi Gollmann. […]

Und erst recht jetzt lässt Rosi Gollmann die augenblickliche vielfache Katastrophe in den Partnerländern [Indien und Bangladesh] keine Ruhe:

„Da bleibt kein Raum zur Geburtstagsfeier – wohl aber viel Platz für Wünsche. Ich wünsche mir, dass viele Menschen in unserem Land, die zurzeit selbst erleben, was Bedrohungen und Einschränkungen bedeuten, sich vor der jetzt viel größeren Not der Ärmsten nicht verschließen. Verglichen mit den vergangenen Krisen ist die Not extrem größer. Das Corona-Virus ist in diesen Ländern bedrohlicher, weil weithin hygienische und medizinische Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten fehlen, sogar sauberes Wasser. Ausgangssperre bedeutet für viele Tagelöhner Arbeitslosigkeit, als Folge kein Lohn. Viele dieser Menschen verhungern.“

Im Jahr 2001 hat Rosi Gollmann den Vorsitz des Hilfswerks in jüngere Hände übergeben, bleibt der Einrichtung aber als Ehrenvorsitzende und weiterhin unermüdlich Tätige erhalten. Außerdem hat sie im Jahr 2002 die Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung gegründet.

 

Der Frau, die ihr Leben, das sie zunächst als Lehrerin geführt hat, ganz in den Dienst der Ärmsten in Indien und Bangladesh gestellt hat und die sich reich beschenkt fühlt, wenn Sie Benachteiligten und an den Rand Gedrängten Zukunftsperspektiven eröffnen kann, sagen wir:

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Rosi Gollmann –

und alles Gute für noch viele erfüllte Jahre!

 

Auf der Internetseite der Andheri-Hilfe wird auch gezeigt, wie das Hilfswerk zusammen mit Partnerorganisationen vor Ort in der gerade in diesem Land derzeit besonders schwierigen Situation die Menschen erreichen und unterstützen kann.

 

Ein Beitrag von Angelika Fürst


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