Dankbarkeit als innere Grundlage

Für Gesundheit und Lebensfreude

Von der Suche nach dem Glück ist oft die Rede. Das Gefühl der Dankbarkeit, das weit unscheinbarer daherkommt, könnte ein ebenso kraftvoller Begleiter fürs Leben sein. Dankbarkeit sagt uns: es ist gut so, wie es ist. Sie strebt nicht nach mehr, sondern verbindet und versöhnt uns mit dem, was ist. Das kann heilend sein. Über das Kath. Bildungswerk waren im Frühsommer einige Vorträge zu diesem Thema geplant, die leider ausfallen mussten.

Foto: congerdesign/ccO-gemeinfrei Quelle: pixabay.com
Foto: congerdesign/ccO-gemeinfrei Quelle: pixabay.com

Dabei gibt es etwas richtig zu stellen. Als Kind war die Forderung nach Dank mit einer Verpflichtung belegt; wir mussten artig „Danke“ sagen, um etwas auszugleichen. Aus Höflichkeit „Danke“ sagen, fühlt sich auch heute noch unangenehm und nicht ganz echt an. Aber das ist ein „Missverständnis der Kultur“: denn wirklich dankbar zu sein, hat nichts mit Pflicht zu tun, sondern mit innerer Annahme und steht den großen Gefühle wie Liebe, Nähe oder Geborgenheit daher um nichts nach.

 

Es lohnt sich, die Dankbarkeit wieder bewusst in unser Leben zu integrieren. Denn es geht um eine innere Haltung, die offenbar wundersame Wirkungen hat. Ausgehen kann sie von Kleinigkeiten, oder von Dingen, die wir bisher einfach als selbstverständlich angesehen haben. Indem wir ein „inneres Danke“ einbringen, können wir sie aus erfrischend neuer Perspektive noch mal anders betrachten. Nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Geschenk, das uns das Leben hinhält. Das macht einen Unterschied, wie die Dankbarkeitsforschung in zahlreichen Studien herausgestellt hat.

 

Dankbarkeitsforschung? Ja, so etwas gibt es wirklich. Und sie ist es auch, die sagt, dass die Haltung der Dankbarkeit eingeübt werden kann. Dazu wird uns empfohlen, eine Zeit lang immer mal wieder zu notieren, wofür wir dankbar sind. Mit etwas Übung kann man sich dann auch mal an schwierige Themen herantasten: Was konnte ich aus einer misslichen Lage lernen? Konnte ich an einer schwierigen Situation wachsen?

 

Tatsächlich konnten die Studien zeigen, dass Dankbarkeit hilft, unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und die seelische Abwehrkraft zu stärken. Wer – so die Forscher - das Dankbarkeitstagebuch geführt hat, war in der Regel optimistischer, vitaler und verspürte mehr Lebensfreude. Sorgen- und Grübelneigung nahmen auffallend ab. Auch Gefühle wie Angst, Neid, Wut konnten neben einem Gefühl der Dankbarkeit schwerlich existieren. Selbst körperliche Symptome hatten sich reduziert; die Dankbarkeits-Geübten gingen also seltener zum Arzt, hatten ein besseres Immunsystem und schliefen länger und besser.

 

Dankbarkeit führt also zu einer Aufwärtsspirale des Wohlbefindens: Sie dreht den Suchscheinwerfer um. Wo normalerweise die Defizitbrille herrscht, stellt sich zunehmend mehr Fülle im Leben ein. Dabei ist es nicht das Ziel, negative Emotionen durch Dankbarkeit zu ersetzen – auch diese haben ja ihre Berechtigung. Vielmehr geht es darum, das große „Ja der Annahme“ im Leben zu finden – und vertrauensvoll auf die Dinge zu schauen zu lernen.

 

Ein Beitrag von Guido Schaefer


Foto (c) Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de; Foto Teaser (c) shutterstock
Foto (c) Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de; Foto Teaser (c) shutterstock


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