Kontinuierliche Arbeit für die Ökumene

Silbernes Jubiläum der "Gemeinschaft für Ökumene, Glaube und Gebet"

Foto (c) Dr. Paulus Decker, Foto Teaser (c) Jim Wanderscheid, beide in Pfarrbriefservice.de
Foto (c) Dr. Paulus Decker, Foto Teaser (c) Jim Wanderscheid, beide in Pfarrbriefservice.de

Wie unter einem Brennglas zeigt Corona im Zeitraum weniger

Monate auf, was derzeit im Maßstab von Jahrzehnten vor sich geht: Die Rahmenbedingungen für unsere christlichen Gemeinden verändern sich kolossal. Nicht zu handeln ist keine Option. Gemeinsames Vorgehen der verschiedenen Kirchen wäre dringend angebracht … Doch allzu groß ist die Versuchung, die Dinge erst mal „im eigenen Laden“ zu regeln. Nicht aus Böswilligkeit oder Ignoranz. Aber in seiner eigenen Kirche weiß man, wie Entscheidungsprozesse ablaufen, wo man Zuschüsse beantragen kann, wie man einen kirchlichen Verein gründet usw. Will man ein Projekt in ökumenischer Trägerschaft auf die Beine stellen, so stellen sich oft lähmende Visionen ein: von aufwendigen Findungsprozessen, sorgsam paritätisch zu besetzenden Konsistorien und anderen bürokratischen Monstrositäten.

 

Unsere „Gemeinschaft für Ökumene, Glaube und Gebet“ (kurz: der „ÖGuG“) versucht seit bald 25 Jahren, diese Zusammenarbeit im Kleinen einzuüben. 1996 als „Ökumenischer Gebets- und Gesprächskreis“ gegründet, organisieren wir mit Gruppen und Gemeinden in den Stadtteilen ökumenische Tagzeitengebete und Bildungsangebote. Außerdem laden wir Interessierte dazu ein, gemeinsam an einem gewöhnlichen Sonntagsgottesdienst einer der zahlreichen kleineren Kirchen teilzunehmen – jeweils mit Einführung und anschließender Begegnung. In verschiedenen Altersstufen schließlich konnten wir gemischt-konfessionelle Glaubensgesprächskreise etablieren und im Abendgymnasium Gereonsmühlengasse einen Glaubenskurs in gemeinsamer Trägerschaft von Katholischem Bildungswerk und Melanchthon-Akademie durchführen.

 

Überhaupt verdanken wir den verschiedenen Trägern der kirchlichen Erwachsenenbildung wie auch der Vernetzung in der Kölner Stadt-Ökumene viel: Hier erleben wir immer wieder die Bereitschaft, auch unkonventionelle Ansätze zu unterstützen. Dass sich die verschiedenen Kirchen verpflichtet haben (u. a. in der „Charta oecumenica“), überall dort gemeinsam zu handeln, wo nicht schwerwiegende Gründe für ein getrenntes Vorgehen sprechen, darauf macht die „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln“ (ACK Köln), in der wir Gaststatus genießen, stets aufs Neue aufmerksam. Dass diese „Verpflichtung zur Gemeinsamkeit“ letztendlich keine Bürde ist, sondern Grundlage für eine neue christliche Vitalität, zahlreiche Synergien und viele kleine Aha-Effekte an der Basis – daraus lebt unsere Gemeinschaft seit nun fast einem Vierteljahrhundert.

 

Ein Beitrag von Br. Gereon Perse

Bruder Gereon, Diplomtheologe und Kirchenmusiker, ist Gründungsmitglied des ÖGuG. Er lebt als Diözesan-Eremit im Bistum Münster und

ist rund dreimal im Jahr in Köln, um die Gemeinschaft, mit der er kontinuierlichen Austausch pflegt, bei ihrer Projektarbeit zu unterstützen.


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