Mut tut gut!

Die kindliche Schatzkiste füllen

Eigentlich... wären diese Woche einige Elternkurse „Mut tut gut“ zu Ende gegangen. Wir bedauern sehr, dass sie aus­fallen mussten; zumal ein „Ermutigungstraining“ sicher ein gutes Angebot in diesen sehr herausfordenden Zeiten gewesen wäre. Natürlich werden wir das im nächsten

Halbjahr bestmöglich nachholen; hier aber wollen wir – quasi als Appetizer - ein paar Worte darüber verlieren.

Foto (c) 4 PM Production, Foto Teaser (c) Zoriana Zaitseva
Foto (c) 4 PM Production, Foto Teaser (c) Zoriana Zaitseva

Das Konzept des Elterntrainings „Mut tut gut“ baut auf der Individual­psycho­logie Alfred Adlers und dem päda­go­gischen Konzept von Rudolf Dreikurs auf. Wer einen solchen Kurs durchlaufen hat, der weiß, dass „vorangehen“, „sich trauen“ und „mutig sein“ kein Privileg ist, das wenigen Glücklichen in den Schoß gelegt ist. Mutig zu sein, ist das Ergebnis eines besonderen Umgangs mit sich selber. Etwas, was vor allem schon beim Kind grundgelegt werden kann – wenn Eltern bewusster darauf achten, dass Kommunikation auch unterschwellig wirken kann. Nicht selten ist man in der Pseudowahrheit gefangen, dass Kritisieren die besten Anreize bietet. Da wird „angespornt“ und „gewarnt“, was aber nur dazu führt, dass Kinder lernen, auf eine bestimmte Art zu denken und ihr Handeln zu begrenzen. Auf der anderen Seite reicht eine zarte Prise Ermutigung im ehrlichen Umgang miteinander, um kleine Wunder geschehen zu lassen – was viele Eltern im Nachgang zum Elternkurs immer wieder berichtet haben: Veränderungen in der Familienkultur, die vollkommen überraschend, unerwartet und beinahe beiläufig eingetreten sind.

„Mut“ ist nicht irgendein Thema! Es geht um die Entfaltung dessen, was als Potential in uns angelegt ist und geduldig in uns wartet. Daher gehört es in die frühe Elternbildung. Die meisten Eltern wünschen sich fröhliche, selbstständige und mutige Kinder, die sich selber auf die Spur kommen und entsprechend ihrer Interessen und Neigungen ihren eigenen Weg gehen. Sich ohne Furcht vor Miss­erfolg stets neu aus­zuprobie­ren, um sich dann königlich zu freuen, wenn etwas – gegen anfängliche Widerstände und Rückschläge – gelingt, das lässt ein grundgesundes Selbst­wert­gefühl und Selbstbewusstsein sprießen.

Im Elterntraining „Mut tut gut“ steht am Anfang die wertschätzende Beobachtung – liebevoll hinschauend. Das ist das Fundament. Denn es ist

wichtig, dass Eltern die Vorlieben, Stärken und Fähigkeiten ihres Kindes unvoreingenommen wahrnehmen, wertschätzen und respektvoll rückmelden. Möglichst ungestört durch eigene Ideen, wie es noch besser sein könnte. Nur so füllt sich die kindliche Schatzkiste. Leider haben traditionelle Er­zie­hungs­methoden ja oft die traurige Neben­wir­kung, dass Kin­der durch Phrasen und falsche Motivationsanreize „beiläufig“ ent­muti­gt werden. Insofern ist es wichtig, in einem weiteren Schritt die kommuni­kativen Muster der eigenen Familie zu reflektieren und gegebenenfalls neue Formen zu entwickeln, die dabei helfen, die Stär­ken des Kindes liebevoll zu fördern. Darauf ist das Elterntraining angelegt.

Es geht zuletzt um eine Überzeugung; nämlich um die: „Ich bin ich, und so wie ich bin, bin ich gut genug. Ich habe meinen Platz in dieser Welt. Was auch immer kommen mag, ich bekomme das schon irgendwie hin!“ Was sich so frei, wild und schön entfalten darf, führt in ein schöpferisches Tun, mit dem auch Kinder ihren Beitrag an das „große Ganze“ leisten wollen. Denn wir Menschen sind von Natur aus schöpferische Wesen und beginnen, unsere Möglichkeiten explorieren, wenn wir im Selbstvertrauen sind. Das ist der „goldene Schlüssel“, den uns die Seele hingelegt hat.

Weitere Infos: www.schoenaker-concept.de/

 

Ein Beitrag von Guido Schaefer


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