Lebensmenschen

Das Künstlerpaar Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin im Museum Wiesbaden

Eigentlich… hätte am vergangenen Mittwoch, organisiert durch die „Kölner ab 55“, eine ganztägige Exkursion nach Wiesbaden stattgefunden. In deren Mittelpunkt der Besuch des Museums mit der Ausstellung „Lebensmenschen“. Hier werden erstmalig in Kooperation mit dem Lenbachhaus München die private und vor allem künstlerische Beziehung von Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Marianne von Werefkin (1860-1938) thematisiert. Die beiden sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde

eingegangen. Fast dreißig Jahre waren sie in Leben und Werk eng miteinander verbunden.

M. v. Werefkin: Bildnis Alexej von Jawlensky, Foto (c) Lenbachhaus, Foto Teaser (c) A. Fürst
M. v. Werefkin: Bildnis Alexej von Jawlensky, Foto (c) Lenbachhaus, Foto Teaser (c) A. Fürst

„Die Bekanntschaft sollte mein Leben ändern. Ich wurde der Freund von ihr, von dieser klugen, genial begabten Frau“

Alexej von Jawlensky in seinen Lebenserinnerungen an seine erste Begegnung mit Marianne von

Werefkin, 1892

 

1896 waren beide gemeinsam aus Sankt Petersburg nach München gekommen. Werefkin unterbrach hier zunächst für zehn Jahre ihre malerische Tätigkeit, um sich der Förderung von Jawlenskys Talent zu widmen und sich intensiv mit Kunsttheorie und der aktuellen Kunstproduktion ihrer Zeit zu beschäftigen.

1908 hielten sie sich gemeinsam mit ihrer Malerkollegin Gabriele Münter im bayerischen Murnau auf.

 

„Ja, Freund, ich lebe noch, und ich bin, was ich immer war, Künstler“

Marianne von Werefkin, Briefe an einen Unbekannten, 1903

 

Sie waren Mitbegründer und Impulsgeber der Neuen Künstlervereinigung München und des sich später daraus entwickelten „Blauen Reiters“. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs gingen Werefkin und Jawlensky ins Schweizer Exil, wo sie in engsten räumlichen Verhältnissen miteinander lebten und arbeiteten, bevor sie sich 1921 schließlich trennten. Werefkin blieb in Ascona, während Jawlensky mit seiner Familie nach Wiesbaden zog.

 

„Ich bin die Baronin von Werefkin. Ich war mit den großen Malern meines Jahrhunderts befreundet,

Kandinsky, Jawlensky, merken Sie sich die Namen. Sie hatten Mut zum Neuen.“

Marianne von Werefkin zu Hans Sahl, eine Erinnerung an eine Begegnung in Ascona vor 1930

M. v. Werefkin: Selbstbildnis in Matrosenbluse, Foto (c) Fondazione M. Werefkin, Ascona
M. v. Werefkin: Selbstbildnis in Matrosenbluse, Foto (c) Fondazione M. Werefkin, Ascona

Ein Besuch der Ausstellung ist wieder möglich, bitte beachten Sie die Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen des Museums Wiesbaden.

 

Freier Samstag! Besuchen Sie alle Ausstellungen und Sammlungspräsentationen des Hauses an jedem ersten Samstag im Monat kostenfrei.

 

Nicht nur diejenigen, die die Exkursion nach Wiesbaden verpasst haben, sondern alle Interessierten können sich die Ausstellung am Bildschirm anschauen. >>> Hier ist der Link.

 

Der Ausstellungskurator des Museum Wiesbaden, Roman Zieglgänsberger, empfiehlt im Interview mit der Frankfurter Rundschau:

Um die Wartezeit zu überbrücken, kann man sich zudem den zweisprachigen Multimedia-Guide zur Ausstellung kostenfrei herunterladen. Alle 35 besprochenen Bilder sieht man

auch in der App. Und es gibt die DVD „Lebensmenschen“ zu kaufen. Informationen dazu hier

 

 

 

 

 

Ein Beitrag von Angelika Fürst


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